• Deutsch
K12 Kantine Hauptnavigation

K12 Kantine Hauptnavigation

Stellenportal - Hauptnavigation

Stellenportal - Hauptnavigation

soweno - Hauptnavigation

soweno - Hauptnavigation

14.10.2019
09:34 Alter: 30 days

Helga Tamaschke als Leiterin verabschiedet

Kindertagesstätte war über 46 Jahre wie ein zweites Zuhause

Foto: Verabschiedung von Helga Tamaschke (3.v.l) nach 46 Berufsjahren in Ellrich mit Henry Pansenow, Sandra Schneider u. Andreas Weigel

Ellrich (md). Nach 46 Berufsjahren ist es wirklich kein Wunder, wenn Helga Tamaschke die Kindertageseinrichtung „Sonnenhof" in Ellrich als ihr zweites Zuhause bezeichnet. Schließlich verbrachte sie sich dort einen bedeutenden Teil ihres Lebens, engagiert sich, seit 1976 dann auch ununterbrochen als Leiterin. Und das mit dem Engagieren ist wirklich ernst gemeint. Sie versteht das, was sie tut, nicht einfach als Arbeit. Es ist eine Berufung, eine Herzensangelegenheit. Ebenso wie ein vertrauensvolles Verhältnis untereinander, Ehrlichkeit, und auch privat füreinander da zu sein. Dies alles gab Helga Tamaschke in beruflichen und privaten Situationen den nötigen Halt, wenn’s mal schwierig wurde. Dieses Gemeinschaftsgefühl macht sie stolz.

Viele aus dem Kollegenkreis, die auch Einrichtungsleiter geworden sind, hat Helga Tamaschke auf den Weg gebracht. Die Erweiterung der Einrichtung, den Bau zweier neuer Häuser auf dem Gelände mit dem historischen Fachwerkgebäude erlebte sie mit. Knapp 150 Kinder sorgen für reichlich Leben in Kindergarten und Krippe, wo das Prinzip der Fröbelpädagogik zum Tragen kommt.

Über die Jahre durfte sie viele Bürgermeister und viele Chefs erleben. Dabei hatte Loyalität stets Priorität, auch bei unterschiedlichen Ansichten und verschiedener Meinung.

„Was besonders bewegend für mich ist, dass im Laufe der Jahre Kinder in die Einrichtung kamen, deren Eltern diese als Kinder selbst bereits besucht hatten.", schwärmt sie. Sie hat Generationen und Familien aufwachsen sehen.

Zu den traurigen Erinnerungen an die Nachwendezeit zählen die Schließungen von Kindergärten in den umliegenden Dörfern, wie beispielsweise in Woffleben, Mauderode Gudersleben. Dort musste ausgeräumt werden, gab es Diskussionen um das Warum und Wieso. Unbequemes mitzutragen, fällt niemandem leicht. Gemacht werden muss es trotzdem, sagt sie. Zu ihrer großen Freunde besuchen mittlerweile die eigenen Enkelkinder den Ellricher Kindergarten.

Nun hat sie das Zepter abgegeben an ihren bisherigen Stellvertreter Michael Wienrich. Seit fünf Jahren ist der 41-Jährige in Ellrich. Sicherlich wird Michael Wienrich manches anders machen. Aber er wird Bewährtes, Gewachsenes fortführen. Er genießt Vertrauen, hat Erfahrung, sagt sie. Sie wird ihrem Nachfolger zur Seite stehen, ihm bei der Einarbeitung in seine neue Position bei Bedarf behilflich sein. Ein neuer Arbeitsvertrag mit einigen Wochenarbeitsstunden gibt ihr diese Möglichkeit und garantiert einen langsamen, nicht so abrupten Ausstieg. Helga Tamaschke freut es sehr, dass die Leitung aus den eigenen Reihen besetzt worden ist. „Es ist einfacher für alle Beteiligten, sorgt für eine reibungslose Fortführung, ist förderlich für die Zusammenarbeit mit den Eltern."

Schon immer pflegt Helga Tamaschke den Kontakt zu den ehemaligen Kollegen, wenn diese ihren Wirkungsort wechselten. Auch zu etlichen Eltern und ehemaligen Kindern gibt es vitale Verbindungen. Dies wird sich nicht ändern, wenn sie diejenige ist, die sich irgendwann gänzlich aus dem Beruf verabschieden wird. Im Ellricher Karnevallsverein agiert sie als Moderations-Clown. Unter Menschen sein, sie zu Persönlichkeiten heranwachsen sehen und einen Teil dazu beigetragen zu haben, das macht sie stolz, dafür brennt sie. Es sind nicht nur die vielen Berufsjahre am selben Ort, die eine große Besonderheit ausmachen, es ist die Art, wie Helga Tamaschke sich in ihren Beruf, ihre Berufung eingebracht hat. So verwunderte es nicht, dass Ellrichs Bürgermeister Henry Pasenow, die Regionalleiterin Kindertagesstätten im Jugendsozialwerk Nordhausen e.V. und dessen Vorstand Andreas Weigel mit der offiziellen Verabschiedung am 2. Oktober ihre große Wertschätzung bekundeten.

Text: M. Daniel

Einrichtungen