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Ziemlich heftig

Werke von Kindern und Jugendlichen gehen unter die Haut

Nordhausen (md). Diese Ausstellung hat es in sich. Denn sie erlaubt einen tiefen Einblick in die Gefühlswelt von Kindern und Jugendlichen, die in den Kinder- und Jugendschutzdiensten beraten worden sind. Nachdem deren Bilder, Texte und Zitate bereits im Erfurter Landtag ausgestellt wurden, ist die nächste Station das Familienzentrum der Jugendsozialwerk Nordhausen gGmbH. Dort, in der A.-Puschkin-Straße, ist nämlich einer der knapp zwanzig Thüringer Kinder- und Jugendschutzdienste zu finden. Nicht jeder Landkreis verfügt über eine solche Einrichtung. Diese spezialisierten Fachberatungsstellen sind Anlaufpunkte für Kinder und Jugendliche, die von körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt sowie Vernachlässigung betroffen oder bedroht sind. Dementsprechend schlägt sich die Verarbeitung der Ereignisse in den Werken nieder. Die beiden Beraterinnen im Familienzentrum Marianne Gerber und Petra Dienemann bezeichnen die in der Ausstellung vermittelten Eindrücke als „ziemlich heftig“. Nicht alle Werke können öffentlich gezeigt werden. Familiäre Probleme (Trennung, Suchterkrankungen oder psychische Krankheiten der Eltern) und deren Folgen sind der häufigste Anlass für die Kontaktaufnahme und Beratung in der Nordhäuser Anlaufstelle. Marianne Gerber sagt: „Wir haben viele Anfragen. Es gibt einen steigenden Bedarf.“ Mit Präventionsveranstaltungen ist die Fachstelle im ganzen Landkreis ebenfalls präsent. Es gilt zu sensibilisieren, zu erkennen, sich thematisch auseinanderzusetzen und über Hilfestrukturen zu informieren. Diesem Anliegen dient auch die Ausstellung, die während der Öffnungszeiten des Familienzentrums bis Ende Oktober für Interessierte zugänglich sein wird.

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